Pädagogik (Motivation 4)

Um zu verstehen, welche Bedeutung die Pädagogik für mich hat, muss man etwas über mich wissen. Ich wollte mich im Iran frei bewegen und frei äußern. Da ich Mitte 86 die Möglichkeit im Iran nicht gesehen habe, musste ich den Iran leider für immer verlassen. Meine Überzeugung ist nur die Freiheit. Es ist mir egal, wer welche Religion, Sprache oder Hautfarbe hat. Ich kann behaupten, dass ich absolut frei von Vorurteilen bin. Ich liebe alle Religionen: Islam, Christen, Juden usw. Ich mag alle Menschen auf der Welt. Ich bin der Typ, der nicht darüber nachdenkt, wer was ist oder wer woher kommt. Ich versuche die Menschen als Menschen zu behandeln und vor allen Dingen habe ich für Kritik oder Lob ein offenes Ohr. Es könnte sein, dass ich die Meinungen anderer nicht akzeptiere, aber ich respektiere sie. Ich habe in Deutschland sehr viel über Ordnung gelernt. Ich habe immer versucht, so weit es ging, nach Pflicht und Ordnung vorzugehen. In meinem Leben ist die Freiheit die wichtigste Sache der Welt. Mit dieser Einleitung möchte ich gerne in die Pädagogik einsteigen.

An meinen Überzeugungen können Sie sofort erkennen, warum ich bei den Kindern in den Klassenräumen beliebt bin. Viele Kinder sagen mir, ich wäre nett. Das ist das Schönste, was man mir in meinem Leben sagen kann. Ich gehe ohne jegliche Vorurteile in die Klasse. Jedes Kind ist für mich wichtig und jedes Kind hat seine eigene Welt. Ich nehme alle Kinder in meinen Klassen ernst. Es ist mir bewusst, dass die Kinder unterschiedlich sind. Wenn ich mit diesen Einstellungen in die Klasse gehe, fällt es mir leicht, mit den Kindern zu arbeiten. Ich kümmere mich um die Kinder wie um meine eigenen Kinder und achte immer darauf, dass niemandem etwas passiert. Die Leidenschaft für die Arbeit mit den Kindern, gibt mir die Kraft immer weiterzumachen.

Wenn ich erhebliche Fortschritte bei Kindern sehe, spreche ich sofort telefonisch mit den Eltern, um ihnen diese schöne Nachricht mitzuteilen. Wenn ich ein Problem mit einem Kind habe, versuche ich immer selbst das Problem zu lösen, ohne die Eltern einzuschalten. Die Eltern brauchen deshalb nicht beunruhigt zu sein. Ich kenne viele Wege, um die temperamentvollen Kinder zu beruhigen oder zum Arbeiten mit dem Heft zu bewegen. Wenn ein Kind beispielsweise mit dem Bleistift spielt, während ich ein Thema erkläre, sage ich ihm folgendes: Du bekommst nur die Hälfte mit, von dem was ich sage. Wenn du mit dem Bleistift spielst, während ich etwas erkläre, hast du beim Turnier Probleme. Du stehst dann nämlich in der Tabelle ganz unten. Dann füge ich hinzu, dass es dies mit Sicherheit nicht möchte. So gewinne ich die Aufmerksamkeit der Kinder. Anschreien oder schimpfen gibt es bei mir nicht. Die Kinder kennen meine Vorgehensweise und lieben dieses Verhalten.

Die Methodik, wie die Kinder pädagogisch betreut werden, ist mir sehr wichtig. Die Kinder möchten wissen, warum ihr Verhalten gerade falsch war. Wenn ich sie bei Ungereimtheiten sofort anschreie, besteht immer die Gefahr, dass eine dicke Mauer zwischen uns entsteht, so dass ich nicht mehr an sie herankommen kann. Gerade die Zweitklässler bekommen auch schnell Angst.

Als ich im Jahre 1992 in Deutschland angefangen habe zu unterrichten, habe ich in meinen Kopf einige Regeln festgelegt. Nie die Kinder anschreien. Nie die Kinder erniedrigen. Immer mit den Kindern reden und reden und reden und immer loben, wenn einem Kind einen kleinen Erfolg gelungen ist. Sie wissen bestimmt, welche Wirkung das Loben vor anderen Mitschülern in der Schule hat. Loben bringt die Kinder nach vorne. In der Schule versuche ich, den Unterricht fast immer lustig zu gestalten. Wenn die Kinder etwas trocken lernen sollen, ist es schwierig ihnen ein neues Thema beizubringen. Deswegen versuche ich dafür zu sorgen, dass die Kinder während meiner Erklärung auch mal lachen können.

Das ist die Pädagogik, die ich in meinem Herzen für Kinder bereit halte. Der Erfolg kommt dann, wenn die Kinder leidenschaftlich dabei sind. Wenn die Kinder ihren Schachlehrer lieben. Wenn die Kinder rechtzeitig Hilfe bekommen, wenn sie diese benötigen. Die Schachhefte, die ich selbst konzipiert habe, sind kindgerecht geschrieben. Es macht vielen Kindern Spaß, mit dem Heft zu arbeiten. Bei mir geht es in der Klasse um 100 Prozent . Ich hoffe, dass ich immer die Kraft habe, um mit voller Energie weiter zu machen. Seit 1994 haben meine Schüler dank dieser Pädagogik In den Jahren 1999 mit der Eichwald Grundschule, 2000 mit der Augustinus Grundschule, 2004 mit der Reichshof Grundschule, 2005 mit der Hohwart Grundschule, 2006 mit der Reichshof Grundschule, 2007 (Vize Meister mit der Augustiunus Grundschule) und 2008 mit der Olpketal Grundschule insgesamt sechs Mal die Dortmunder Mannschafts-meisterschaften der Grundschulen im Schach gewonnen.

Die unten stehenden Mails habe ich von Eltern erhalten. Es ist sehr schön, solche Rückmeldungen zu bekommen. Sie bauen mich immer auf und bestärken meine Disziplin und Verantwortung.


Lieber Herr Sohraby,

ich kenne Sie noch gar nicht und schon mag ich Sie. Freundliche Worte schlagen Wurzeln! Ich habe nur gutes über Sie gehört und die Tatsache, dass mein Sohn mit leuchtenden Augen vom Schach und von ihnen erzählt, lässt kein Zweifel, dass Sie sehr gut mit Kindern umgehen können. Ich freue mich also auf ein Kennenlernen! Ich finde es nicht so wichtig WOFÜR sich Kinder begeistern können, sondern DASS sie sich für etwas begeistern können und die Fähigkeit sich für etwas zu begeistern ist sehr wichtig. S… hat das Schach für sich entdeckt in eine sehr schwierige Phase. Er hat wie gesagt einen Schulwechsel hinter sich und da wo er am traurigsten war, konnte er sich mit etwas ganz neuem, nämlich das Schach ablenken. ...........................

Mit freundlichen Grüßen............

Ich habe die Namen in dieser Mail rausgenommen. Viele Eltern denken ähnlich und manchmal bekomme ich solche Mails, die mich aufbauen für mehr Verantwortung und Pflicht. Man kann von der Ehrlichkeit der Kinder nicht genug bekommen. Ich denke, dass wir Erwachsene sehr viel von Kindern und ehrliche Worte der Kinder lernen können. Die Kinder zeigen uns manchmal, wie sich die Erwachsenen zu verhalten haben. Ich bin meistens begeistert von dem Verhalten der Kinder.

Sehr geehrter Herr Sohraby,

mittlerweile ist es schon einige Monate her, dass eines unserer bzw. beide Kinder bei bzw. mit Ihnen Schach gespielt haben. Leider, muss ich sagen, denn das Schach spielen (und lernen) hat Robin und Saskia (erinnern Sie sich noch?) sicherlich sehr viel gebracht. Sie haben sich eine Art des vorausschaunden Denkens angeeignet, welches Ihnen in Zukunft sicherlich bei vielen Gelegenheiten helfen wird. Durch den umfangreichen Schulalltag nach dem Schulwechsel, die Hausaufgaben, etwas Sport und natürlich auch das Treffen mit Freunden bleibt beiden Kindern nun nicht mehr genug Zeit, weiter regelmässig Schach zu spielen. Gelegentlich spielen wir zu Hause - und erinnern uns auch an die Zeit mit Ihnen. Daher gern auf diesem Weg viele Grüße von uns allen und vielen Dank für Ihre Arbeit mit den Kindern.

Ihre

Familie ...............

Schnupperkurs

Zweitklässler, die erste Erfahrungen mit dem Schachunterricht machen wollen, sollten sich zuerst einen Eindruck vom Unterricht, vom Schachlehrer und der Atmosphäre verschaffen. Die ersten zwei Wochen sind für Schachlehrer der wichtigste Teil des gesamten Projektes, mit dem die Kinder für mehr...


Turniere

Turniere spornen die Kinder an und motivieren sie zum Weiterkommen. Jedes Kind möchte gerne in der Tabelle möglichst oben stehen. Durch die Konkurrenz können sich die Kinder hervorragend entwickeln. Sie sind stolz darauf, dass sie bei den verschiedenen Turnieren mitmachen dürfen. mehr...


Der Anfang

Die Idee, Schachunterricht an den Schulen zu vermitteln, basiert auf folgenden, mit dem Deutschen Schachbund in Berlin abgestimmten Überlegungen: Das Schachspiel kann in vielerlei Hinsicht dazu beitragen, dem zentralen Problem von Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen mehr...


Schachhefte

Ich weiß aus langjähriger Erfahrung, dass die Schachhefte die Kinder stark motivieren weiterzumachen. Sie schließen ein Heft mit einem Diplom ab und nach einer Prüfung bekommen sie eine Urkunde. mehr...


Stempel

Der Stempel ist eine tolle Motivation für Grundschulkinder. Wenn die Kinder die Aufgaben gelöst haben, werden sie von mir korrigiert und die Fehler werden eingekreist. Nachdem sie die falschen Antworten korrigiert haben, bekommen sie einen Stempel. mehr...


7Zip
Schach an Schulen
2000-2010 © Copytright