Die weltbesten Spieler vor Einführung der offiziellen Weltmeisterschaftskämpfe


Das moderne Schach entstand etwa um 1475 vermutlich im spanischen Valencia durch Änderung der Gangart von Läufer und Dame. An diesem Prozess wesentlich beteiligt waren die Literaten Francesc de Castellví, Narcis Vinyoles, Bernat Fenollar und Francesch Vicent. Dies dürften auch die besten Spieler ihrer Zeit gewesen sein. Zeugnis dieser frühesten Entwicklungsphase ist das katalanische Schachgedicht Scachs d'amor.[1] In der Folge erschienen gedruckte Schachabhandlungen von Juan Ramirez de Lucena und Pedro Damiano, welche an diese Tradition anknüpften.[2] Um die Mitte des 16. Jahrhunderts galt der Spanier Ruy López de Segura als bester Spieler der Welt. Er wurde im Jahre 1575 am ersten internationalen Schachturnier der Geschichte am Hofe des spanischen Königs Philipps II. in Madrid vom Sizilianer Giovanni Leonardo da Cutro geschlagen.


Alexander Khalifman

14. Fide Weltmeister (1999 bis 2000)
Geboren am 18.01.66 in Leningrad (Russland)
Gestorben

In den Jahren 1982 und 1984 war Alexander Chalifman Juniorenmeister der Sowjetunion. Den Titel eines Großmeisters errang er 1990. Früher für den Sowjetischen Schachverband spielend wechselte er für die Jahre 1991 und 1992 zum Deutschen Schachbund, bevor er sich dem Russischen Schachverband anschloß. 1996 war er russischer Landesmeister.

Von 1990 bis 2003 war er für verschiedene Vereine in der Schachbundesliga aktiv (1990 bis 1992 FTG Frankfurt, 1992 bis 1994 SC Stadthagen, 1994 bis 1997 PSV Duisburg, 1997 bis 2003 SG Porz).

Von 1999 bis 2000 war er FIDE-Weltmeister. Heute leitet er eine Schachakademie in Sankt Petersburg und ist als Autor von Schachbüchern hervorgetreten. In den mehrbändigen Werken Opening for White according to Anand und Opening for White according to Kramnik stellt er ein auf 1.e4 bzw. 1.Sf3 basierendes Eröffnungsrepertoire dar.


Viswanathan Anand

15. Fide Weltmeister (2000 bis 2002)
Geboren am 11.12.69 in Tamil (Indien)
Gestorben

Die Jahre 2001 bis 2009

2001 gewann er in Merida, konnte bei der FIDE-WM in Moskau aber seinen Titel nicht verteidigen und schied im Halbfinale gegen Wassyl Iwantschuk mit 1,5:2,5 (+0, −1, =3) aus. 2002 gewann er in Hyderabad den FIDE World Cup (durch einen 1,5:0,5-Finalsieg über Rustam Kasimjanov). 2003 gewann er in Cap d’Agde die offizielle FIDE-Schnellschach-Weltmeisterschaft. Im selben Jahr gewann er in Wijk aan Zee. 2004 wiederholte er diesen Sieg und gewann auch in Dortmund. 2005 wurde er Zweiter in Wijk aan Zee und in Sofia. Er wurde beim FIDE-Weltmeisterschaftsturnier in San Luis (Argentinien) 2005, das als doppelrundiges Achterturnier ausgetragen wurde, geteilter Zweiter hinter dem Bulgaren Wesselin Topalow. Anand erzielte, ebenso wie der Russe Pjotr Swidler, 8,5 aus 14. In das Jahr 2006 startete er mit einem Turniersieg (geteilt mit Topalow) in Wijk aan Zee. Auf der April-Weltrangliste 2006 der FIDE rangiert Anand mit einer Elo-Zahl von über 2800. Diese Marke durchbrachen vor ihm nur drei Spieler: die Russen Garri Kasparow und Wladimir Kramnik sowie der Bulgare Wesselin Topalow.


Ruslan Ponomarjow

16. Fide Weltmeister (2002 bis 2004)
Geboren am 11.10.86 in Donezk (Ukraine)
Gestorben

Ruslan Ponomarjow (ukrainisch Руслан Пономарьов, wiss. Transliteration Ruslan Ponomar'ov; russisch Руслан Олегович Пономарёв/ Ruslan Olegowitsch Ponomarjow; * 11. Oktober 1983 in Horliwka, Oblast Donezk) ist ein ukrainischer Schachspieler.

Ponomarjow begann mit sieben Jahren unter Anleitung seines Vaters Boris Ponomarjow (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen sowjetischen Politiker) mit dem Schachspiel. 1994 belegte er bei der U12-Schnellschach-Europameisterschaft in Paris den vierten Platz. 1996 wurde er im Alter von zwölf Jahren Europameister der Junioren unter 18 Jahren, im folgenden Jahr wurde er Jugendweltmeister. 1998 wurde er zum seinerzeit jüngsten Großmeister ernannt.[1]

2002 gewann er den Titel des FIDE-Weltmeisters. Im Zuge von Bestrebungen, die zwei von 1993 bis 2006 konkurrierenden Weltmeistertitel wieder zu vereinigen, sollte Ponomarjow 2003 einen Wettkampf gegen Garri Kasparow spielen, der aber nicht zustande kam, da Ponormarjow die Verträge nicht akzeptierte und Änderungen verlangte.

Beim Schach-Weltpokal 2005 in Chanty-Mansijsk belegte Ponomarjow den zweiten Platz. In dem mit 128 Teilnehmern ausgetragenen K.-o.-Turnier unterlag er im Finale dem Armenier Lewon Aronjan nach einem Stichkampf im Schnellschach. Mit diesem Ergebnis qualifizierte sich Ponomarjow für das Kandidatenturnier 2007 in Elista, dort scheiterte er in der ersten Runde, in einem Zweikampf über sechs Partien, an dem Russen Sergei Rublewski mit 2,5:3,5 (+0, −1, =5). Beim Schach-Weltpokal 2009 konnte er bis ins Finale vorstoßen, unterlag dort jedoch nach Stichkampf gegen Boris Gelfand.

Am 25. Juli 2010 gewann er das Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting, ein Turnier der Kategorie 20, mit 6,5 Punkten vor Lê Quang Liêm mit 5,5 Punkten, Wladimir Kramnik und Şəhriyar Məmmədyarov mit je 5 Punkten aus 10 Partien.[2] Seine Gewinnpartie gegen Kramnik aus diesem Turnier wurde zur besten in Band 109 des Schachinformator gewählt. Im Oktober 2010 wurde Ponomarjow mit der Ukraine, für die er an Brett 2 spielte, Sieger bei der Schacholympiade in Chanty-Mansijsk. Im Juni 2011 gewann er Kiew mit 8,5 Punkten aus 11 Partien die Landesmeisterschaft der Ukraine.

Seine beste Weltranglistenposition war der 6. Platz von April bis September 2002 und von April bis Juni 2006.


Rustam Kasimjanov

17. Fide Weltmeister (2004 bis 2005)
Geboren am 05.12.79 in Taschkend (Usbekistan)

Er erlernte das Schachspiel mit fünf Jahren. 1994 wurde er in Szeged Dritter der Weltmeisterschaft der U16-Jährigen, ebenso wie ein Jahr später in Guarapuava (Brasilien). 1997 erhielt er von der FIDE den Titel Schachgroßmeister.[1] 1998 wurde er Meister von Asien, 1999 belegte er den zweiten Platz bei der Jugendweltmeisterschaft in Jerewan. In der Saison 1998/99 spielte er für die SG Solingen und erzielte ein erstklassiges Ergebnis mit 12 Punkten aus 13 Partien bei der Schachbundesliga.[2]

Weitere Turniersiege errang er in Essen 2001 und Pamplona 2002. Im gleichen Jahr erzielte er einen hervorragenden zweiten Platz im Turnier von Hyderabad hinter dem Inder Viswanathan Anand. Er vertrat die Mannschaft Asiens beim Schnellschachvergleich gegen eine Europaauswahl, angeführt von Garri Kasparow, in Batumi 2002.

Sehr überraschend kam sein Sieg bei der Weltmeisterschaft der FIDE 2004 in Tripolis, bei der er im Finale Michael Adams bezwang. Kasimjanov belegte zu diesem Zeitpunkt mit einer Elo-Zahl von 2640 den 54. Platz in der Weltrangliste und gehörte nicht zu den engeren Turnierfavoriten.

Nach seinem Sieg bei der FIDE-WM gewann er 2004 das starke Turnier im indischen Pune. Er erhielt eine Einladung nach Linares 2005, das in der Bedeutung mit dem Wimbledon-Tennisturnier vergleichbar ist, wo er 4 Punkte aus 10 Partien erzielte und den 6.-7. Platz teilte.

Ein von der FIDE geplanter WM-Wettkampf Kasimjanovs gegen den Weltranglistenersten Garri Kasparow für das Jahr 2005 kam nicht zustande. Der Sieger aus diesem Match hätte gegen Wladimir Kramnik einen Wiedervereinigungswettkampf spielen sollen.

Kasimjanov half in der Saison 2004/2005 seinem deutschen Schachklub Godesberger SK mit 4,5/7 am Spitzenbrett beim Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach dem Abstieg der Godesberger 2008 wechselte er zum SV Mülheim-Nord.

m August 2006 gewann er das ORDIX Open in Mainz, im November das Schnellschachturnier Corsica Masters in Bastia, bei dem er sich im Finale gegen Viswanathan Anand durchsetzte.


Wesselin Topalow

18. Fide Weltmeister (2005 bis 2006)
Geboren am 15.03.1975 in Bulgarien

Topalow gilt als kompromissloser Kämpfer, der sich am Brett in einen „Fanatiker mit feurigen Augen“[5] verwandelt. Seine Stärke ist das Mittelspiel: Er ist ein guter Rechner und bevorzugt zweischneidige Stellungen, in denen er über die Initiative verfügt. In der Eröffnung spielt er bevorzugt aggressive Varianten, mit denen er Druck auf seine Gegner ausüben kann. Dabei profitiert er von seiner guten Vorbereitung, bei der er von seinem Sekundanten Iwan Tscheparinow unterstützt wird.

Topalow - Kramnik, Wijk aan Zee 2008

Bekannt ist Topalow auch für seine Qualitätsopfer. In der Defensive hat er dagegen Schwächen, außerdem unterlaufen ihm für einen Spieler seiner Klasse verhältnismäßig viele einfache Fehler. Ein Beispiel dafür ist die 10. Matchpartie gegen Kramnik 2006. In vielen Turnieren startet er schlecht, kommt dann aber noch in Fahrt und hat einen starken Schlussspurt.

Eine aufsehenerregende Neuerung, die charakteristisch für seinen dynamischen Stil ist, spielte er beim Corus-Schachturnier im Januar 2008 gegen Kramnik. In der nebenstehenden Theoriestellung, die zuvor bereits vielfach in der Großmeisterpraxis vorkam, war der Zug 12. Se5xd7 allgemein üblich. Kramnik wollte ihn bereits auf seinem Partieformular notieren, als Topalow nach seinem Springer griff. Dieser brachte jedoch das unerwartete Opfer 12. Se5xf7 !? und erhielt in der Folge einen starken Angriff gegen den schwarzen König. Obwohl die Korrektheit des Opfers noch nicht endgültig analytisch geklärt ist, konnte Kramnik am Brett die entstehenden Probleme nicht lösen und verlor die Partie nach 45 Zügen. Für die ersten 40 Züge benötigte Topalow lediglich eine Stunde Bedenkzeit, was für seine gute Vorbereitung spricht. Die Diagrammstellung war am 24. Januar 2008 auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abgebildet.


Wladimir Kramnik

Fide Weltmeister (2006 bis 2007)
Geboren am 25.054.1975 in Tuapse (Russland)
Gestorben

2006 gegen Wesselin Topalov das Ergebnis 8,5 - 7,5 verteidigt Kramnik behält den vereinten Fide-Weltmeistertitel gegen Topalov.

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